Ehemalige BSV-Spielerinnen: Was macht eigentlich Natascha Kotenko?

Seit nun schon mehreren Jahren wandelt Reporter Hans Kall bereits auf den Spuren ehemaliger BSV-Spielerinnen, fleißige Hallenheftleser wissen das bereits. Heute der Bericht aus dem Hallenheft zum Spiel gegen den TV Nellingen – Was macht eigentlich Natascha Kotenko?

 

Natascha Bodenchuk! Bei diesem Namen schnalzen eingefleischte Handballkenner in Buxtehude mit der Zunge. Im Jahre 2000 wechselte die Nationalspielerin aus der Ukraine aus Bad Hersfeld zum Buxtehuder SV in die Bundesliga und hatte sich sofort mit ihren Toren in die Herzen der Fans geworfen. Ein Jahr lang spielte sie unter ihrem Mädchennamen Bodenchuk. „Ich hatte es nicht geschafft, den Pass umschreiben zu lassen“, sagt Natascha Kotenko und lacht. Schon damals war sie mit ihrem Ehemann Igor verheiratet, ebenfalls ein Handballer und ehemaliger ukranischer Nationalspieler.

 

Handball ist das Leben der Kotenkos. Igor hat jahrelang die BSV-Herren trainiert und war als Spielmacher und Torjäger für den BSV erfolgreich. Jetzt trifft er sich nur noch freitags mit vielen früheren Mitstreitern in der Halle zum Freizeitsport. Für Natascha Kotenko ist ein Leben ohne Handball undenkbar. „Ich liebe den Sport“, sagt sie voller Überzeugung.

 

Acht Jahre spielte die Rückraumspielerin für den BSV in der Bundesliga, absolvierte 142 Spiele und warf 574 Tore (davon 116 Siebenmeter). Auch der 12-jährige Arsenij spielt beim BSV in der D-Jugend. Darüber freut sich Mama Natascha besonders. Die heute 43 Jahre alte Handballerin gehört zum Trainerstab des BSV.„Die Jugend ist mein Leben“, sagt Natascha Kotenko. Sie trainiert heute die BSV-A-Mädchen in der Oberliga sowie zwei Mannschaften der weiblichen B-Jugend. „Ich arbeite gerne mit jungen Leuten“, so die frühre Bundesligaspielerin, „ich gebe meine Erfahrungen weiter und freue mich, wenn ich die Mädchen und Jungen weiter entwickeln kann.“

 

Außerdem ist Natascha Kotenko Auswahltrainerin beim Hamburger Hand­ballverband, kümmert sich um die Mädchen der Jahrgänge 2001 und 2002. In Kürze fährt sie mit der Auswahl zum Länderpokal. Natascha und Igor Kotenko sind in Zaporozhye, der „Handball-Hauptstadt“ der Ukrai­ne, aufgewachsen. Unter ihrem Mädchennamen Bodenchuk debütierte Natascha mit 16 Jahren in der Ersten Liga und holte dreimal die Meisterschaft. Igor Konteko spielte mit 15 in der zweiten Liga und brachte es später mit ZTR Zaporozhye auf einen Titel. Beide lebten in derselben Stadt und spielten für unterschiedliche Clubs. Kennengelernt haben sie sich beim Sportstudium an der Uni.

 

Die Familie Kotenko: Igor und Natscha mit ihrem Sohn Arsenij

Mit Mitte 20 ging es 1996 nach Ungarn – beide bekamen Verträge in Debrecen. Von dort wechselten sie drei Jahre später nach Bad Hersfeld. Natascha überzeugte sofort als Leistungsträgerin und Torjägerin in der Bundesliga, machte BSV-Trainer Leszek Krowicki auf sich aufmerksam, der sie 2000 nach Buxtehude lockte. Noch heute schwärmt sie von ihrer früheren BSV-Mannschaft, zu der u.a. die Polin Aleksandra Pawelska, Heike Ahlgrimm (Trainer der HSG Bensheim/Auerbach), Silke Christiansen, Susanne Henze, Stefanie Melbeck und Katharina Schulz gehörten.

 

2008 wechselte Natascha Kotenko zur SGH Rosengarten/Buchholz und führte den heutigen Kooperationspartner mit ihren Toren in die Bundesliga. Dort ließ Natascha Kotenko mit 38 Jahren ihre Karriere ausklingen. Dem Handball ist sie aber verbunden geblieben. Die B-Lizenz-Inhaberin widmet sich mit ganzem Herzen und all ihrer Energie der Jugendausdbildung. „Was anderes möchte ich gar nicht machen“, sagt sie. Deswegen ist es ihr auch nicht wichtig, die für den Erwachsenenbereich zuständige A-Lizenz zu absolvieren. „Ich habe viel Spaß mit meinen Jugendlichen“, so die passionierte Handballerin, die im Gymnasium Süd auch für den Frühunterricht der Sportklassen verantwortlich ist.

 

Auf das Jahr 2019 freut sich die Familie Kotenko besonders. „Das wird ein Jubiläumsjahr“, sagt Natascha und strahlt. „Igor wird 50 Jahre, ich 45. Außerdem leben wir seit 20 Jahren in Deutschland und sind 20 Jahre verheiratet.“