BSV-Sieg mit Schockmoment – Yara Nijboer verletzt – “Wir befürchten das Schlimmste”

BUXTEHUDE. Die Handballerinnen des Buxtehuder SV haben die weiße Weste gewahrt. Am Mittwochabend gewann die Mannschaft von Trainer Dirk Leun mit 27:20 (13:8) bei Bayer Leverkusen und holte auch im vierten Saisonspiel einen Sieg. Zum Feiern war der Mannschaft allerdings nicht zumute.

 

Dirk Leun muss schlucken: „Wir befürchten das Schlimmste“, sagt der BSV-Trainer. Rückraumspielerin Yara Nijboer war anderthalb Minuten vor dem Ende nach ihrem Kempa-Tor zum 26:18 „unkontrolliert“ auf dem rechten Bein gelandet. Die Niederländerin blieb am Boden liegen, Landsfrau Lynn Knippenborg und Physiotherapeutin Angela Kunz trugen sie gemeinsam vom Spielfeld.

 

Eine Untersuchung am Donnerstag in Buxtehude soll Aufschluss geben, wie schwer die Verletzung ist, ob sich Nijboer vielleicht das Kreuzband gerissen hat. Durch eben diese Verletzung hatte sie beinahe die gesamte letzte Saison verpasst. Zuletzt hatte sich Nijboer immer besser ins Spiel des BSV eingefügt – bis die 59. Minute in Leverkusen kam.

 

„Unter den Umständen kann ich mich nicht richtig über den Sieg freuen“, sagt Leun. Wenngleich er betont, dass die zwei Punkte „sehr wertvoll“ seien. Der BSV-Coach sieht in Leverkusen einen direkten Konkurrenten um die Plätze im oberen Mittelfeld. Durch den Sieg hat der BSV wie die Spitzenteams aus Metzingen, Thüringen und Bietigheim 8:0 Punkte auf dem Konto.

 

Solide Abwehr als Schlüssel zum Erfolg

Der Schlüssel zum Erfolg in Leverkusen war wie in den vergangenen beiden Ligaspielen eine solide Abwehrleistung. Die Deckung zwang die Leverkusenerinnen vor allem im ersten Durchgang immer wieder zu Fehlern in Passspiel und Abschluss, Torhüterin Antje Peveling war dadurch kaum gefordert. Leun spricht von einer guten Mannschaftsleistung in der Deckung.

 

Und vorne? Da lieferten sich der BSV und Leverkusen zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst nach dem 7:8 (16.) verloren die „Elfen“ allmählich die Tuchfühlung. Der BSV baute den Vorsprung in den folgenden zehn Minuten auf 12:8 aus. Nationaltorhüterin Katja Kramarczyk war vor allem gegen die Distanzwürfe von Emily Bölk und Friederike Gubernatis machtlos.

 

Gerade Emily Bölk verlieh dem Offensivspiel Dynamik. Die Nationalspielerin war letztlich die beste Torschützin des BSV (6 Treffer) und ließ sich im zweiten Durchgang zeitweise von Paula Prior vertreten, um ein wenig durchatmen zu können. Durch die Verletzung von Jessica Oldenburg (Innenbandanriss) wird Bölk bis zur WM-Pause verstärkt im linken Rückraum gefordert sein.

 

Nach der Pause fehlte kurzzeitig die Durchschlagskraft im Angriff. Dass der BSV auch diese Phase unbeschadet überstand, lag an der unverändert starken Abwehrarbeit. Erst als Lone Fischer mit Tempo auf das Leverkusener Tor zulief und das 16:11 (40.) erzielte, kam der BSV auch vorne wieder ins Rollen. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Lynn Knippenborg die Neun-Tore-Führung (25:16). Katharina Meier auf Rechtsaußen und Michelle Goos auf Linksaußen durften in der Schlussphase noch etwas Spielpraxis sammeln.

 

„Jetzt müssen wir enger zusammenrücken“, sagt Leun mit Blick auf Nijboers drohenden Ausfall und die bevorstehenden Spiele in drei Wettbewerben. Schon am Sonnabend empfängt der BSV Váci (Ungarn) zum Zweitrunden-Hinspiel im EHF-Cup.

 

Die Statistik

 

Spielfilm aus BSV-Sicht: 3:2 (5.), 5:5 (10.), 9:7 (17.), 11:8 (24.), 13:8 (Halbzeit), 14:10 (36.), 16:12 (43.), 19:13 (49.), 23:16 (56.), 27:20 (Endstand).

Buxtehuder SV: Peveling, Gronemann; Meier 1, Fischer 4, Haurum 1, Nijboer 3, Gubernatis 4, Knippenborg 1, Schirmer 4, Bölk 6, Goos, Kaiser 1, P. Prior 2, L. Prior.

Bayer Leverkusen: Kramarczyk, Fehr; Jurgutyte 1, Seidel 7/1, Braun, Mietzner, Zschocke, Potocki 1, Bruggeman, Gedroit 3, Meijer, Berndt 1/1, Berger 2, van de Wiel 1, J. Rode 4/4, E. Rode.

Siebenmeter: BSV 2/0 – Bayer 7/6.

Zeitstrafen: BSV 0 – Bayer 1.

Zuschauer: 600

Schiedsrichter: Philipp Dinges und Daniel Kirsch

Nächstes Spiel: BSV – Váci NKSE (EHF-Cup, 14. Oktober, 16 Uhr).

 

DHB-Pokal: Hammerlos für den BSV

 

Handball-Weltmeister und Losfee Florian Kehrmann hat dem Buxtehuder SV ein Hammerlos im Achtelfinale des DHB-Pokals beschert. Der amtierende Titelträger trifft in der Halle Nord auf den Vorjahresfinalisten TuS Metzingen. Das ergab die Auslosung am Mittwochabend nach der Partie zwischen Blomberg und dem Thüringer HC. „Das ist mit das schwerste Los, was wir hätten kriegen können“, sagt BSV-Trainer Dirk Leun. Dessen Mannschaft hatte sich im diesjährigen Endspiel mit 24:23 gegen Metzingen durchgesetzt.

 

Der Zweitligist HL Buchholz 08-Rosengarten empfängt die Kurpfalz-Bären aus Ketsch. „Luchse“-Trainer Maximilian Busch spricht von einem „guten Los“. Seine Mannschaft hatte erst vor wenigen Wochen einen deutlichen Zweitliga-Sieg (32:23) in Ketsch gefeiert. „Im Pokal erwartet uns aber eine ganz andere, schwierigere Aufgabe“, so Busch.

 

Das Achtelfinale wird am 4./5. November ausgetragen. Ein letztes Mal hat in dieser Runde der niedrigerklassige Club das Heimrecht. Das Viertelfinale wird am 13./14. Januar 2018 ausgespielt, das Final Four am 19. und 20. Mai in Stuttgart.

 

Die weiteren Begegnungen: Thüringer HC – HSG Blomberg-Lippe, Borussia Dortmund – SG BBM Bietigheim, DJK/MJC Trier – TV Nellingen, HSG Hannover-Badenstedt – VfL Oldenburg, HSG Bensheim/Auerbach – Bayer Leverkusen, HSG Bad Wildungen – Frisch Auf Göppingen.

 

Quelle: TAGEBLATT (Tim Scholz) vom 12.10.2017, Foto: Jan-Iso Jürgens