Trotz 21:26-Niederlagen in Bietigheim – BSV lässt sich die Feierlaune nicht verderben

Vor wenigen Minuten standen sich die Handballerinnen Michelle Goos und Charris Rozemalen noch auf dem Spielfeld gegenüber. Goos für den BSV, Rozemalen für Bietigheim. Nun sitzen sie im Auto, sprechen über die Partie, die der BSV 21:26 verloren hat, und steuern auf ihre Heimat zu.

 

Goos hat den Jahreswechsel zu Hause in Amsterdam verbracht, zusammen mit ihren Eltern und ihrem Freund – „ganz entspannt“, wie sie sagt. So haben es die meisten ihrer Mitspielerinnen beim BSV gehalten. Sie dachten während der achtstündigen Rückfahrt aus Bietigheim bereits an einen gemütlichen Silvesterabend mit ihren Liebsten. So wie Rückraumspielerin Friederike Gubernatis, die das aus ihrer Sicht aufregende Jahr 2017 (Pokalsieg, Hochzeit, Trainingslager in Japan, Weltmeisterschaft) mit ihrem Ehemann Andreas ausklingen lassen hat. Oder Rechtsaußen Maike Schirmer. „Ich war ganz gemütlich bei Freunden“, sagt sie, „wir haben gegrillt und es gab Salate.“ Schirmer beschreibt es als „nettes Beisammensein“. Um Mitternacht schaute sie sich das Feuerwerk aus der Ferne an. „Ich selbst knalle nicht so gerne.“

 

In der Wohnung von Torhüterin Antje Peveling herrschte dagegen etwas mehr Trubel. Ihr Ehemann Jan, Torhüter beim HSV Handball, feierte am 31. Dezember seinen 30. Geburtstag. „Wir haben Open House gemacht“, sagt sie. Jeder, der gratulieren mochte, konnte vorbeikommen – „entweder auf ein Stück Geburtstagskuchen, oder man blieb bis ins neue Jahr.“ Dafür haben die Pevelings ein Buffet mit Fingerfood vorbereitet, und auch an Getränken mangelte es nicht.

Nur ein Glas Champagner zum Anstoßen

 

Strenge Verbote, was Essen und Trinken angeht, erlegten sich die Leistungssportlerinnen nicht auf. „An einem Abend ist das auch mal erlaubt“, sagt Maike Schirmer. Michelle Goos sagt, dass sie kein Alkohol getrunken habe – nur ein Glas Champagner zum Anstoßen. Denn schon am 1. Januar hat die Linksaußenspielerin die Rückfahrt nach Buxtehude angetreten. „Das normale Leben geht wieder los.“ Auch für Dirk Leun.

 

Der BSV-Trainer hatte bereits am Donnerstag nach der 21:25-Niederlage gegen Tabellenführer Thüringer HC betont, dass er sich wieder auf eine geregelte Trainingswoche freue. Da hatten er und seine Mannschaft noch das Spitzenspiel gegen Bietigheim vor der Brust. Zwei Tage später mussten sie dann in der MHP-Arena in Ludwigsburg, einer Spielstätte der SG BBM Bietigheim, eine 21:26-Niederlage hinnehmen. Somit hat der BSV vier der fünf Duelle gegen Bietigheim im Jahr 2017 verloren. Und wie gegen den THC offenbarte der BSV erneut große Schwächen im Angriff, und wieder prallte der BSV an der robusten Abwehr eines Champions-League-Teilnehmers ab. „An die Härte in der Deckung müssen wir uns noch gewöhnen“, sagt Leun.

 

Der BSV leistete sich im ersten Durchgang 14 Fehlwürfe, kassierte einige Gegenstoßtore nach Ballverlusten und konnte dennoch einen passablen 12:14-Rückstand mit in die Pause nehmen. Danach aber sorgte Bietigheim für klare Verhältnisse. Der BSV lag zur Mitte der Halbzeit mit sieben Toren hinten. Immerhin, in der Abwehr zeigten die Buxtehuderinnen samt Torhüterin Antje Peveling phasenweise ordentliche Ansätze. Auch Rückraumspielerin Jessica Oldenburg – mit sechs Treffern die beste BSV-Werferin – scheint nach überstandener Verletzung wieder auf dem Weg zu alter Stärke zu sein. In der Tabelle ist der BSV auf Platz fünf abgerutscht und steht nun mit einem Spiel weniger hinter Dortmund.

 

Die Statistik

 

BSV: Peveling, Gronemann, Rühter; Borutta, Meier, Fischer 2, Haurum 2, Gubernatis 1/1, Knippenborg 2, Schirmer 1, Oldenburg 6, Bölk 1, Goos, Kaiser 3, L. Prior 3/3.

 

BBM: Wester 1, Salamakha; Biltoft 1, Rozemalen 3, Lauenroth, Kynast, Ivancok, Wollter 1, Schulze 1, Kudlacz-Gloc 7/5, Hundahl, Scheib, Woller 4, Malestein 8/3.

 

Spielfilm aus BSV-Sicht: 0:3 (3.), 5:6 (13.), 6:9 (20.), 11:12 (25.), 12:14 (HZ), 14:17 (39.), 15:21 (46.), 21:26

 

Siebenmeter: BSV 5/4 – BBM 8/8.

 

Zeitstrafen: BSV 2 – BBM 3.

 

Zuschauer: 1445

 

Nächstes Spiel: BSV – Nellingen (Sonnabend, 6. Januar, 16 Uhr, Halle Nord).

 

Quelle: Tageblatt (Scholz) vom 01.01.2018