Handballerinnen des BSV wollen Weltmeister werden

BUXTEHUDE. Das Ziel ist klar: Sie wollen Weltmeister werden. Gleich fünf Handballerinnen des Buxtehuder SV haben die Chance, am 17. Dezember in Hamburg die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Die Chancen sind sogar doppelt groß. Denn das Quintett verteilt sich auf die Nationalmannschaften von Deutschland und der Niederlande. Der große Traum der Spielerinnen: Das Endspiel in Hamburg gegeneinander zu bestreiten.

 

Fünf-BSV-Spielerinnen bei einer WM im eigenen Lande, und mit Maike Schirmer ist sogar eine sechste Spielerin noch im erweiterten deutschen Kader, aber nicht für die konkrete Vorbereitung nominiert. Mit dabei auch die ehemalige BSV-Spielerin Isabel Klein, die mittlerweile in Nantes/Frankreich spielt. So eine illustre WM-Runde gab es noch nie in der Buxtehuder Handball-Historie.

 

Aber sehr wohl die Begrüßung von zwei Weltmeisterinnen in Buxtehude, denn am 5. Dezember 1993 wurden Heike Axmann und Andrea Bölk mit Deutschland gegen Norwegen in Norwegen Weltmeister. Der Kreis könnte sich schließen, denn ab 1. Dezember wird Emily Bölk für Deutschland spielen. Für die 19-Jährige ist es das erste große Turnier und wie sich das mit dem Pokal anfühlen könnte, hat sie gemeinsam mit der Mutter in diesen Tagen erlebt, denn in den Tiefen des Internets fanden sie den Film zum Endspiel vor 24 Jahren. „Das war cool, das Spiel haben wir uns komplett reingezogen“, sagt die Tochter. BSV-Manager Peter Prior hat vorsorglich das Weltmeisterinnen Begrüßungs-Transparent von damals im Keller gelagert.

 

Nicht sicher, ob Bölk, Fischer und Gubernatis dabei sind

 

Freilich: Noch ist nicht sicher, ob Emily Bölk (18 Länderspiele), Lone Fischer (40) und Friederike Gubernatis (13) bei der WM spielen werden. Sicher ist: Sie gehören zum WM-Kader, der sich am Montag in Leverkusen trifft und dann drei Wochen lang auf die WM vorbereiten wird. Am Ende der Vorbereitung werden vier Spielerinnen gestrichen. In Expertenkreisen gilt die Teilnahme von Bölk und Fischer als sicher, für Gubernatis wäre die endgültige Nominierung die Erfüllung eines Traums, denn eigentlich hatte sie die Nationalmannschaft längst abgehakt. Gubernatis: „Ich bin da völlig entspannt, für mich ist alles eine Zugabe.“ Ihre Mitstreiterinnen wären dagegen schwer enttäuscht, sollte es nicht klappen. Bölk: „Das wäre definitiv bitter.“

 

Ähnlich wie den drei deutschen Spielerinnen fehlt auch den beiden Holländerinnen des BSV, Lynn Knippenborg und Michele Goos, noch die letzte Gewissheit. Aber auch sie hoffen dabei zu sein, sind sie doch seit Jahren in der niederländischen Mannschaft eine feste Größe. Goos hat 81 und Knippenborg 74 Länderspiele in der Statistik. Holland gilt als einer der Titelfavoriten, denn bei der WM 2015 und bei der EM 2016 standen sie jeweils gegen Norwegen im Endspiel, das sie aber verloren. Deutschland schied bei der WM im Achtelfinale gegen Norwegen und bei der EM im Viertelfinale gegen Rumänien aus.

 

„Unser Ziel ist Hamburg“, sagt Goos. In Hamburg wird ab dem 15. Dezember in der Barclaycard-Arena die Finalrunde gespielt. Alle Spiele sind längst ausverkauft. Auch Fischer sagt: „Hamburg wäre das doppelte Heimspiel, in Deutschland und dann vor den Toren Buxtehudes.“ Emily Bölk: „Wir sind schon jetzt sehr fokussiert, es wäre überragend, in Hamburg die Finalrunde zu spielen.“ Die 19-Jährige sagt auch: „Alles andere als das Erreichen der Finalrunde wäre schon eine Enttäuschung.“

 

Tag des Handballs als Vorgeschmack

 

Was es bedeutet, im eigenen Land eine WM zu spielen, haben die Buxtehuderinnen beim Tag des Handballs in der Arena im Volkspark im Frühjahr bereits im Ansatz erleben dürfen. Beim WM-Auftaktspiel am 1. Dezember in Leipzig geht es gegen Kamerun. Südkorea und Serbien heißen die weiteren Gegner, bevor es am 8. Dezember zum ersten Höhepunkt kommt: Deutschland gegen Holland, vermutlich das Spiel um den Gruppensieg.

 

Die beiden Holländerinnen überreichten gestern bereits die ersten Tulpen: Deutschland werde bei der WM eine wichtige Rolle spielen, meinte Michele Goos. „Ich denke, die haben mit dem Heimvorteil eine große Chance.“

 

Kurzfristig wurde ein interssantes Freundschaftsspiel organisiert: Am 29. November, 19.30 Uhr, spielt die brasilianische Nationalmannschaft (Weltmeister 2013) in der Halle Nord gegen ein Mixed-Team des BSV und der Handball-Luchse Buchholz 08 – Rosengarten.

 

Quelle: TAGEBLATT (wolfgang Stephan) vom 09.11.2017