Bölk und Co feiern Pflichtsieg gegen China

LEIPZIG. Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen hat die Gruppenführung bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land übernommen. Am Mittwochabend feierte die Mannschaft um die Buxtehuderinnen Emily Bölk, Friederike Gubernatis und Lone Fischer einen Sieg gegen Handball-Zwerg China.

 

Deutschland sicherte sich trotz eines fehlerbehafteten Auftritts die Pole Position im Kampf um den Gruppensieg und hat damit die Chance auf eine gute Ausgangsposition im Achtelfinale, das am Sonntag in Magdeburg ausgetragen wird. „Klarer Sieg, zwei Punkte, abhaken“, sagt Linksaußen Lone Fischer vom Buxtehuder SV. Am Freitag, 18 Uhr, können die deutschen Frauen (7:1 Punkte) im Duell mit Vizeweltmeister Niederlande (5:3), der hinter Serbien und Südkorea (beide 6:2) auf Rang vier steht, aus eigener Kraft den Gruppensieg perfekt machen.

 

Dazu bedarf es allerdings einer deutlichen Steigerung, denn in der Offensive lieferte die Truppe von Bundestrainer Michael Biegler gegen China, den punktlosen Tabellenletzten der Gruppe D, ihren bisher schwächsten Turnierauftritt ab. Dabei schickte Biegler seine erste Garde auf die Platte – und die legte keine 24 Stunden nach dem 22:22 gegen Serbien einen müden Start hin.

 

Erst in der fünften Minute erzielte Kreisläuferin Jenny Karolius nach einem Zuspiel von Friederike Gubernatis den ersten Treffer des Spiels. China konnte im Angriff keine Durchschlagskraft entwickeln und blieb häufig an der deutschen Abwehr hängen. Weil sich das DHB-Team aber selbst schwertat, verkürzten die Asiatinnen den Rückstand durch ihren ersten Treffer auf 1:2 (9.). „Mit den wenigen Gegentoren können wir zufrieden sein“, sagt Fischer, „allerdings hakt es noch im Angriff.“

 

Isabell Klein wirft ihr 100. Länderspieltor

 

Biegler äußerte seinen Unmut lautstark und brachte Fischer und ihre frühere Mitspielerin Isabell Klein. Fischer stellte beim 5:1 (15.) erneut ihre Treffsicherheit unter Beweis, wenig später erzielte Klein ihr 100. Länderspieltor. Die Fehlerquote im Angriff blieb trotzdem hoch. Immerhin stand die Abwehr – samt Torhüterin Clara Woltering, die nach durchwachsenem Turnierstart durch ihre  Paraden mehr Selbstvertrauen sammelte. Allerdings waren die meisten chinesischen Würfe leichte Beute. Und dann durfte die Dortmunderin sogar eine Premiere feiern: Mit einem Fernwurf ins leere chinesische Tor gelang ihr im 218. Länderspiel der erste Treffer.

 

China erwies sich als der erwartet schwache Gegner, der die DHB-Auswahl kaum forderte. Umso unbefriedigender war die Halbzeitausbeute von nur zehn Toren. Auch Lone Fischer, die erst zum 10:1 (27.) getroffen hatte, vergab ihre erste Torchance. Gubernatis blieb im Abschluss ebenfalls blass.

Den zweiten Durchgang eröffnete Emily Bölk. Die 19-jährige Rückraumspielerin nutzte einen großen Freiraum in der chinesischen Deckung, um ihr erstes Turniertor zu erzielen. Deutschland baute die Führung trotz vieler Fehler aus, ließ sechs Treffer nacheinander folgen, ehe China zu Tor Nummer vier kam.

 

Emily Bölk ist die beste Werferin

 

Emily Bölk, die ihrem WM-Einstand am Vortag gegen Serbien gegeben hatte, nutzte ihr zweites Spiel nach überstandener Fußverletzung, um weiter Spielpraxis zu sammeln. Mit einem Doppelschlag erhöhte die Buxtehuderin den Vorsprung auf 21:7 (52.). Ihren vierten Treffer konnte sie kurz vor dem Ende per Schlagwurf markieren. Damit war sie vor Isabell Klein, Svenja Huber und Jenny Karolius mit jeweils drei Toren beste Werferin. „Für mich ist es natürlich eine Erleichterung, dass ich meine ersten WM-Tore erzielen konnte“, sagt Bölk. Fischer war zwei Mal erfolgreich, Gubernatis ein Mal.

 

Quelle: Tageblatt (Scholz) vom 06.12.2017        Foto: DHB/Klahn