33:29 Pleite in Bietigheim – Mut des BSV wird nicht belohnt

BIETIGHEIM. Die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV haben den Siegeszug des deutschen Meisters am Mittwochabend nicht beenden können. Die SG BBM Bietigheim setzte sich anderthalb Wochen vor dem Duell im Pokal-Halbfinale mit 33:29 (16:16) durch.

 

Um 21.41 Uhr war die SG BBM Bietigheim deutscher Meister. Konfetti rieselte auf den Hallenboden, nachdem die mit goldfarbenen Kronen ausgestatteten Spielerinnen den Meisterpokal entgegengenommen hatten. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte feierte der Club die deutsche Meisterschaft. Es war die Krönung eines Abends, der mit dem 25. Bundesliga-Sieg im 25. Spiel begann. Denn auch der Tabellenvierte aus Buxtehude konnte den Bietigheimerinnen nichts entgegensetzen. Der BSV kann die Europapokal-Teilnahme am Sonnabend mit einem Sieg gegen Bad Wildungen perfekt machen

 

BSV narrt den Meister

 

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagt Trainer Dirk Leun, „wir haben mutig gespielt und viel aktiver verteidigt als im Hinspiel.“ Die Kritik hielt sich in Grenzen. Bietigheim sei personell breiter aufgestellt als der BSV und das habe sich im zweiten Durchgang bemerkbar gemacht. Yara Nijboer kam nach der Pause eine knappe Viertelstunde zum Einsatz und gab damit nach überstandenem Kreuzbandriss ihr Pflichtspieldebüt für den Buxtehuder SV.

 

Zunächst aber schien Bietigheims Trainer Martin Albertsen nicht zu gefallen, was er in den Anfangsminuten sah. Der deutsche Meister spielte sich die Bälle schlampig zu, ließ die Aggressivität in der Abwehr vermissen und ließ sich narren. Etwa von BSV-Spielerin Friederike Gubernatis, die Tess Wester, eine der besten Torhüterinnen der Welt, tunnelte. Nur Sekunden später vereitelte Torfrau Julia Gronemann einen Gegenstoßtreffer mit einem starken Armreflex, dass selbst der Hallensprecher diese Tat lobte. Nach elf Minuten nahm Albertsen eine Auszeit (6:6).

 

Der BSV legte immer einen Treffer vor. Selbst nachdem Torfrau Valentyna Salamakha einen Buxtehuder Treffer glänzend mit den Fingerspitzen verhindert hatte und der Ausgleich möglich war, versagten ihre Vorderleute. Entweder weil der Mittelblock die Wege clever zustellte oder weil Gronemann noch im Weg stand. Und dann ging es ganz schnell nach vorne: Lynn Knippenborg steckte durch zu Annika Meyer, 9:10. Wenige Sekunden später das gleiche Muster, 9:11. Nach 25 Minuten lag der BSV zum ersten Mal mit drei Toren in Führung (13:10).

 

Bietigheim zieht das Tempo an

 

Die SG-Fans wurden ungeduldig. Selten erlebten sie, dass ein Gegner so lange mithielt. Doch Albertsens Startruppe besaß die Qualität, das Tempo anzuziehen und beim Stand von 16:16 in der Kabine zu verschwinden. Der BSV legte nach der Pause zwar noch eine Drei-Tore-Führung (20:17) vor, kassierte dann aber fünf Treffer in Folge (20:22) und vergab einen Strafwurf. Der SG-Express begann, ins Rollen zu kommen. Binnen weniger Sekunden nutzten die Bietigheimerinnen zwei Gegenstöße, um den Vorsprung auf vier Tore zu vergrößern. Buxtehudes Angriff war die Unberechenbarkeit und Treffsicherheit abhandengekommen.

 

Bölk erfolgreichste BSV-Werferin

 

Immerhin: Auch durch die Paraden von Torfrau Antje Lenz ging der BSV mit einem Rückstand von zwei Toren (25:27) in die Schlussphase. In Unterzahl kassierten die Buxtehuderinnen jedoch zwei Gegentore durch Torhüterin Salamakha, die den Ball nach ihren Paraden nur noch ins verwaiste BSV-Tor werfen musste (31:26). Bereits in neun Tagen treffen beide Mannschaften erneut beim Final Four in Bietigheim aufeinander. Wer gewinnt, steht im Endspiel des DHB-Pokals.

 

Die Statistik zum BSV-Spiel

 

Buxtehuder SV: Lenz, Gronemann; Meyer 4, Fischer 3, Nijboer, Gubernatis 3/2, Knippenborg 2, Schirmer 1, Oldenburg 5, Bölk 6, Goos 1, Kaiser 1, Hayn, Prior 3.

 

SG BBM Bietigheim: Wester, Roch, Salamakha 2; Biltoft, Visser, Lauenroth 1, Mack, N. Müller, Smeets 2, Schulze 3, Baun Eriksen 1, Naidzinavicius 7, Hundahl 2, Woller 2, S. Müller 6, Malestein 7.

 

Spielverlauf (aus BSV-Sicht): 4:3 (6.), 7:6 (12.), 10:9 (20.), 13:11 (26.), 16:16 (Halbzeit), 20:19 (36.), 21:24 (42.), 23:27 (46.), 26:29 (54.), 29:33 (Endstand).

 

Siebenmeter: BSV 3/2 (Gubernatis 3/2) – BBM 4/4 (Naidzinavicius 3/3, Malestein 1/1).

 

Zeitstrafen: BSV 2 (Meyer 1, Gubernatis 1) – BBM 2 (Schulze 2).

 

Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah

 

Zuschauer: 734

 

Nächstes Spiel: BSV – Bad Wildungen (Sbd., 20. Mai, 18 Uhr)
Quelle: Tageblatt (Tim Scholz) vom 17.05.2017