31:39-Niederlage in Oldenburg beendet Buxtehudes Siegesserie in der HBF

OLDENBURG. Die Handballerinnen des Buxtehuder SV haben ihre erste Niederlage in der Bundesliga kassiert. Nach fünf Siegen in Serie verlor der BSV am Sonntagnachmittag vor 1345 Zuschauern auswärts beim VfL Oldenburg mit 31:39. Buxtehude gelang kaum etwas, Oldenburg fast alles. Allen voran Angie Geschke mit 16 Toren. Sie stellte all ihre Nationalmannschaftskolleginnen in den Schatten.

 

Der Buxtehuder SV wollte nach dem Ausscheiden im Europapokal und im DHB-Pokal wenigstens in der Bundesliga seine weiße Weste behalten und den sechsten Sieg im sechsten Spiel einfahren. Aber gerade in der Anfangsphase taten sich die Buxtehuderinnen schwer gegen die in der Defensive aggressiv stehenden Gastgeberinnen. Vor allem für die Manndeckung von Malene Staal gegen Nationalspielerin Emily Bölk fehlten die Lösungen. Das Angriffsspiel stockte. Dazu gesellten sich Abspielfehler.

 

Lone Fischer, die ebenfalls auf ein WM-Ticket hofft, brachte den BSV mit 1:0 in Führung. Bölk erzielte zwei Tore in Folge zum 3:2-Zwischenstand. Da war sie ihrer Bewacherin gut entwischt. Oldenburg bestach durch sein schnelles Spiel, profitierte allerdings mehrfach von den schlechten Pässen der Buxtehuderinnen. BSV-Trainer Dirk Leun passte die Spielweise gar nicht. Nach gut einer Viertelstunde hatte er bereits zwei Auszeiten beantragt, um seinen Protagonistinnen die Lethargie zu nehmen.

Aber die Ansagen verpufften und Oldenburg hatte sich nach 19 Minuten einen 15:11-Vorsprung erarbeitet. Die VfL-Abwehr stand sicher. Bei jedem Wurfversuch, bei jedem Pass standen die Oldenburgerinnen den Gästen vom BSV auf den Füßen. Die Mischung aus dem Zerstören des Buxtehuder Spiels und der Gier nach Ballgewinnen stimmte.

 

Schließlich fing sich der BSV, weil Oldenburg in der Offensive kurzzeitig den Faden verlor und überhastet abschloss. BSV-Rückraumspielerin Friederike Gubernatis gelang kaum etwas aus der Distanz, vom Siebenmeterpunkt verwandelte sie ihre Würfe allerdings sicher. Beim 14:15 in der 25. Minute war der BSV wieder im Spiel.

 

Die gute Phase wehrte allerdings nicht lange. Der BSV scheiterte immer wieder an VfL-Torhüterin Madita Kohorst, machte ihr es mit Würfen auf halber Höhe aber auch recht leicht. Zudem verpasste es der BSV, seine Überzahlsituation zu nutzen. Buxtehude verlor sich in Einzelaktionen. Oldenburg zog zur Halbzeit auf 18:15 davon.

 

Der BSV hatte bis zu diesem Spieltag fünf Siege eingefahren. Die richtig großen Gegner waren allerdings nicht darunter. Oldenburg feierte Erfolge gegen Blomberg, Nellingen und Bensheim-Auerbach, verlor aber gegen die Top-Favoriten um die Meisterschaft, den Thüringer HC und Meister Bietigheim, in eigener Halle. Im DHB-Pokal schaffte der VfL nach einem 41:27-Sieg gegen Hannover-Badenstedt den Sprung ins Viertelfinale und trifft dort auf Rosengarten-Buchholz. Der BSV schied gegen Metzingen vorzeitig aus.

 

Gubernatis eröffnete den Torreigen in der zweiten Halbzeit mit ihrem ersten Treffer aus dem Spiel heraus zum 16:18. Nach einem Fehlwurf von Lone Fischer und einem weiteren Fehlpass baute der VfL seinen Vorsprung auf 20:16 aus. Gubernatis und Bölk sorgten mit ihren Toren dafür, dass der BSV nach 36 Minuten beim 18:20 zunächst im Spiel blieb. Aber nach fast jeder gelungenen Aktion leistete sich der BSV technische Aussetzer, die Oldenburg bestrafte. Das Fehlerfestival bescherte dem VfL die 23:18-Führung in der 39. Minute.

 

Buxtehude hatte durchaus Möglichkeiten, den Rückstand zu verkürzen. Aber Michelle Goos berührte bei zwei Toren die Sechsmeterlinie. Die Schiedsrichter pfiffen das konsequent ab. Oldenburg blieb in der 46. Minute (26:22) mit vier Toren in Front. Als auch noch Gubernatis an der Siebenmeterlinie patzte und Angie Geschke im Gegenzug ihr 14. Tor zum 27:22 erzielte, war die Partie vorentschieden.

 

Die Buxtehuderinnen erwischten einen gebrauchten Tag und mussten mit ansehen, wie Oldenburg zu zaubern begann. Der BSV ließ sich vorführen. Zehn Minuten vor Schluss stand es 23:30 aus Buxtehuder Sicht. Die Körpersprache der Spielerinnen von BSV-Trainer Dirk Leun verhieß nichts Gutes. Am Ende bettelte Buxtehude noch um Gegentor Nummer 40. Aber diese Schmach ersparte Oldenburg dem BSV. „Das war ein kollektiver Blackout“, sagt Leun.

 

Unterm Strich ist das Spiel für den Trainer in der Gesamtbilanz aber offenbar kein Beinbruch. Mit 10:2-Punkten in der Liga sei der BSV im Soll. Das Aus in den Pokalwettbewerben sei unglücklich gewesen. Oldenburg sieht Leun als ersten echten Aussetzer.

 

Die Statistik

 

VfL Oldenburg: Renner, Kohorst, Fragge, Birke 6, Wenzel 5, Spur Petersen 4, Martens, Behrend 1, Geschke 16/6, Hartstock 3, Roller, Staal 4, Winter.

BSV: Peveling, Gronemann, Borutta, Meier, Fischer 4, Haurum 1, Gubernatis 8/6, Knippenborg 3, Schirmer 2, Bölk 5, Goos, Kaiser 2, P. Prior 2, L. Prior 4/3.

 

Siebenmeter: VfL 6/6 – BSV 10/9

Zeitstrafen: VfL 1 (Wenzel) – BSV 4 (Gubernatis, Knippenborg, Bölk, Kaiser)

 

Spielfilm aus BSV-Sicht: 3:2 (4. Min.), 5:6 (8.), 7:9 (12.), 10:10 (16.), 10:13 (18.), 12:15 (22.), 14:15 (25.), 15:18 (Halbzeit), 17:20 (34.), 20:24 (42.), 23:29 (50.), 27:33 (55.), 31:39 (Endstand)

 

Schiedsrichter: Martin Thöne/Marijo Zupanovic

Zuschauern: 1345

 

Nächstes Spiel: BSV – Thüringer HC (Do., 28. Dezember, 18 Uhr, Halle Nord)

 

Quelle: TAGEBLATT (Daniel Berlin) vom 13.11.2017