3. Liga: Juniorenteam schlägt Tabellenführer aus Oyten

Buxtehude.  Das Strahlen in ihrem Gesicht war noch lange nach Spielschluss zu sehen, Aimee von Pereira verließ glücklich und zufrieden die Halle Nord, um gemeinsam mit ihrer Mutter die Rückfahrt nach Herzhorn anzutreten. Nach achtwöchiger Wechselsperre feierte die 16 Jahre alte Handballerin ihre Premiere im Juniorinnenteam des Buxtehuder SV, und das gleich im Spitzenspiel der 3. Liga Nord gegen Tabellenführer TV Oyten. Am Ende stand nicht nur ein deutlicher 32:25 (16:12)-Erfolg zu Buche, Neuzugang Aimee von Pereira erntete von allen Seiten Lob und Anerkennung.

 

“Aimee hat ihre Sache gut gemacht”, sagte Bundesligatrainer Dirk Leun, einer der Befürworter des Wechsels der talentierten Rückraumspielerin vom MTV Herzhorn. Die 16-Jährige, die noch in der B-Jugend spielen könnte und am Donnerstag ihren 17. Geburtstag feiert, gehörte auf Anhieb zu den auffälligsten Spielerinnen im Drittliga-Team, nicht nur wegen ihrer vier Tore. “Sie hat im linken Rückraum und auch auf der Mitte spielerisches Verständnis bewiesen”, sagte Leun auf der Tribüne. Die Spielweise von Aimee von Pereira ähnelt stark der von Emily Bölk, die gerade ihren Vertrag beim BSV um ein Jahr verlängert hat.

 

Der Neuzugang gehört zur Jugendnationalmannschaft, hat bei der Leistungssportsichtung des Deutschen Handball-Bundes den Sprung unter die besten sieben von 120 Spielerinnen der zehn Nordverbände (Jahrgang 2000) geschafft und hofft auf weitere Einladungen für die DHB-Jugendauswahl. Nicht zuletzt deshalb ist Aimee von Pereira zum Buxtehuder SV gewechselt, um weiter technisch, taktisch und körperlich gefördert zu werden. Bis Dezember 2016 spielte die ehrgeizige Handballerin mit Zwillingsschwester Gisèle beim MTV Herzhorn in der Frauen-Oberliga. Um das Niveau für die DHB-Auswahl zu halten, war der Wechsel der B-Jugendlichen zu einem höherklassigen Verein erforderlich. Schon in Herzhorn erhöhte die 1,80 Meter große Rückraumspielerin ihre Trainingsintensität, die sich jetzt noch einmal steigern wird – trotz des Handicaps, vier bis fünf Mal pro Woche den langen Weg nach Buxtehude auf sich zu nehmen. Der BSV hat extra einen Fahrdienst nach Elmshorn eingerichtet.

 

Der Sieg im Spitzenspiel geriet nur ein einziges Mal in Gefahr, als der TV Oyten zu Beginn der zweiten Hälfte den 12:16-Pausenrückstand aufholte (16:16) und bis zur 47. Minute auf Augenhöhe blieb. In der Schlussphase zog das Juniorenteam das Tempo wieder an und hielt den Tabellenführer mit 32:25 auf Abstand. Nicht zuletzt aufgrund der Torhüterleistungen von Katharina Filter, die in der entscheidenden Phase einen Siebenmeter parierte, und Lea Rühter, die am Spieltag 19 Jahre jung wurde. “Wir haben den Spitzenreiter mit unserem schnellen Spiel besiegt”, lobte Trainerin Heike Axmann ihr Nachwuchsteam. Im Angriff tat sich der BSV II zeitweise ein wenig schwer, die Abwehr aus Oyten zu überwinden.

 

Mit Julia Herbst (9 Tore) und Zeliha Puls (7) waren beide Außenspielerinnen die besten Torschützinnen. Natalie Axmann war auf der Spielmacherposition sechs Mal erfolgreich. Der Buxtehuder SV II bleibt Tabellendritter mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Oyten und einem Punkt auf den SV Henstedt-Ulzburg. Nächster Gegner des BSV-Juniorenteams ist am Sonnabend, 18. Februar, der Tabellenfünfte HSG Jörl Doppeleiche Viöl in der Nähe von Husum in Nordfriesland.

 

Die Ausbildung talentierter Nachwuchsspielerinnen bleibt das vorrangige Ziel. “Wir wollen unsere Talente auf die Bundesliga vorbereiten”, sagt Heike Axmann, die seit der Trainerübernahme von Lars Dammann erst eine Niederlage hinnehmen musste. Viele Spielerinnen der zweiten Mannschaft trainieren im Bundesligateam mit, werden dort weiter gefördert. Die Ergebnisse des Drittligateams sind Lohn und Ergebnis dieser gezielten Ausbildung.

 

Die Tore: Julia Herbst (9), Zeliha Puls (7), Natalie Axmann (6/1), Aimee von Pereira (4), Lisa Borutta (3), Alina Krey (1/1), Svea Geist, Alexia Hauf (je 1)

 

Quelle: Abendblatt                   Foto & Bericht: Hans Kall