21:25 – Buxtehuder SV unterliegt dem Thüringer HC im Spitzenspiel

Der Buxtehuder SV musste sich in der ausverkauften Halle Nord vor 1.300 Zuschauern dem Thüringer HC mit 21:25 geschlagen geben. Durch den Sieg in einem nicht immer schönen, aber hart umkämpften Handballspiel bleibt der THC ohne Verlustpunkte an der Tabellenspitze der Handball Bundesliga Frauen. Beste Werferin der Partie war Iveta Luzumova mit zwölf Treffern, für die Gastgeberinnen war Michelle Goos mit fünf Treffern am erfolgreichsten.

 

Bereits der erste Angriff des THC war von Erfolg gekrönt. Es gab Siebenmeter für die Gäste, Luzumova verwandelt sicher. Die Antwort kam durch einen Treffer von WM-Bronze-Gewinnerin Lynn Knippenborg und auch Friederike Gubernatis kämpfte den Ball zur 2:1-Führung ins Netz (4. Minute). Nationaltorhüterin Dinah Eckerle parierte dann aber zwei Siebenmeter von Gubernatis und Michelle Goos. Zwar hielt auch Antje Peveling ebenfalls einen, doch Luzumova per Nachwurf und Saskia Lang sorgten für die erste zwei Tore Führung der Gäste nach knapp acht Minuten.

 

Die Gastgeberinnen bissen sich mit laufender Spielzeit zunehmend an der Abwehr des THC die Zähne aus. Die Gäste arbeiteten defensiv sehr hart, dadurch waren die Buxtehuderinnen zu vielen harmlosen Würfen gezwungen. Die Aggressivität in der Abwehr kostete den THC dann aber die Führung. Zwei Zeitstrafen sorgten für eine doppelte Überzahl des BSV, welche die Gastgeberinnen zu nutzen wussten.

 

Nach über sechs torlosen Minuten folgte der erste Treffer von Goos und wenig später der Ausgleich (5:5; 12. Minute). Die nächsten Treffer gehörten allerdings wieder dem THC. Nach erneutem zwei Tore Rückstand zog Dirk Leun die grüne Karte. Der Treffer von Jakubisova nach gut 16 Minuten sorgte für die erste vier Tore Führung der Partie (9:5). Die Buxtehuderinnen warfen einfach zu viele Angriffe weg und ließen zu viele klare Torchancen liegen.

 

Lisa Prior überwand zwar endlich Eckerle vom Punkt, aber die Thüringerinnen machte auch in der Folge vieles besser. Das 11:6 war beinahe die logische Folge. Mit dem 6:12 (21. Minute) lag der BSV erstmals mit sechs Toren zurück, erneut musste Leun die grüne Karte ziehen. Maike Schirmer und Lone Fischer brachten den BSV wieder heran (8:12; 22. Minute) – die Außen hielten die Gastgeberinnen am Leben. Von den ersten acht Treffern gingen fünf auf das Konto von BSV-Außen.

 

Beide Teams verwarfen in der Schlussphase der ersten Halbzeit unheimlich viel. Die Gastgeberinnen kamen immer nur phasenweise ins Spiel, kämpften sich heran, nur damit der THC wenig später wieder davonzog. Kerstin Wohlboldt setzte den Schlusspunkt in der ersten Halbzeit mit 10:15 ging es in die Kabine. Ein Freiwurf Luzumovas mit abgelaufener Uhr touchierte noch auf die Latte.

 

Zu Beginn von Halbzeit zwei sahen Fans in der Halle Nord das selbe Bild wie zuvor. Harte Abwehrarbeit des THC, aber vorallem auch Fehler auf beiden Seiten. So dauerte es bis zur 35. Minute bis der erste Treffer fiel. Emily Bölk schweißte den Ball aus dem Rückraum ins Tor – endlich mal hallte es gefühlt durch die Halle Nord. Mit dem Treffer kam das Spiel und auch der BSV ins Rollen.

Nach einem weiteren verwandelten Siebenmeter von Luzumova verkürzten Gubernatis und Goos nach 37 Minuten wieder auf drei Treffer, nur noch 13:16. Der BSV blieb jetzt dran und verwandelte seine Würfe konsequent, doch der THC tat das selbe. Jessica Oldenburgs Treffer zu 16:18 brachte den BSV nach 42 Minuten endgültig zurück ins Spiel. Timeout THC.

 

In der 46. Minute hielt Peveling dann ihren zweiten Siebenmeter von Luzumova und die Hölle Nord bebte. Die Zuschauer hatten das Gefühl, dass dieses Spiel noch nicht gelaufen war. Doch in genau diese Euphorie verwandelte Luzumova mit ihren 10. Treffer zum 17:21, ihren sechsten Siebenmetern und Jana Krause im Tor des THC konnte den folgenden Angriff parieren.

 

Der THC verspielte zwar seinen nächsten Angriff, aber der BSV wollte das Spiel zu schnell machen und der Ball ging ins Aus. Ungenauigkeiten wie diese nahmen den Gastgeberinnen in der Schlussphase die Chance, das Spiel nochmal zu drehen. Luzumovas siebter verwandelter Siebenmeter (von neun(!)) zum 17:23 (52. Minute) war die Vorentscheidung.

 

Krause konnte sich in der Schlussphase noch mehrfach auszeichnen, auch wenn Oldenburg und Goos zwar nochmal auf 19:24 verkürzten (57. Minute). Doch das Spiel war gelaufen. Die beste Torschützin sorgte auch auch für den letzten Treffer der Partie, Luzumova erzielte kurz vor Schluss den 21:25-Endstand. Auf den Buxtehuder SV bereits das nächste Topspiel. Am Donnerstag trifft die Mannschaft von Trainer Dirk Leun auf die SG BBM Bietigheim. Anwurf in Bietigheim ist um 19 Uhr. Der Thüringer HC empfängt ebenfalls am Donnerstag den HC Rödertal.

 

BSV: Peveling, Rühter, Gronemann, Borutta, Meier, Fischer, Haurum Gubernatis, Knippenborg, Schirmer, Oldenburg, Bölk, Goos, Kaiser, P. Prior, L. Prior

THC: Krause, Eckerle, Scheffknecht, Lang, Schmelzer, Niederwieser, Aguilar Diaz, Luzumova, Mitrovic, Jakubisova, Wohlbold, Huber, Batista da Silva

 

Stimmen:

 

Dirk Leun:

„Glückwunsch an Thüringen zu einem verdienten Sieg. Mit 25 Gegentoren können wir sehr gut leben, 21 zu werfen ist allerdings zu wenig. Das war auch ein Grund für die Niederlage, so viele Großchancen darf man nicht auslassen – trotz großartiger Torhüter im Thüringer Tor. Viele kleine Basics sind absolut in Fleisch und Blut übergegangen beim THC. Das war keine spielerische Hochklassigkeit heute, aber dieser sieg war absolut hochverdient. Ich freue mich, dass Jessi wieder dabei sein konnte. Es ist nicht einfach gegen einen Champions League Teilnehmer und Tabellenführer zu starten. Habe viel gutes gesehen und will das Spiel nicht schlecht reden.“

 

„In zwei Tagen haben wir schon die Chance das Alles besser machen zu machen. Im Januar steht wieder die erste richtige Trainingswoche an, da freue ich mich drauf. Wir haben zu Beginn der Saison gezeigt, dass wir besser spielen können. Dann werden wir auch den Platz, auf dem wir stehen, verteidigen können.“

 

„Ich kann nicht hellsehen, aber man sieht dass BVB eine klare Reaktion nach der Niederlage gegen Göppingen gezeigt hat (34:19 gegen Oldenburg). Da können wir uns denken, was uns in Bietigheim erwartet. Wenn wir eine Chance haben, dann müssen wir die am Schopfe packen. Im Mai haben wir gesehen, dass da was geht. Wir fahren da mit keinem anderen Zeil hin, als zwei Punkte zu holen.“

 

Herbert Müller:

„Das war ein unfassbar schweres Auswärtsspiel. Wir mussten in Buxtehude immer bis zur letzten Sekunde fighten. Da bin ich glücklich, dass wir hinten raus die nötige Cleverness hatten.“

 

„Ich werden einen Teufel tun, den druck auf uns zu laden. Wir haben noch eine lange Saison mit vielen englischen Wochen vor uns. Letzte Saison waren wir irgendwann nur noch zu 7. oder 8. Aber wenn man uns jetzt die Favoritenrolle zuschieben will, dann ist das so.“

 

„Mir gefällt das, wie unsere Farben hier vorne zusammenstehen. Ich hätte nichts gegen eine Fan-Freundschaft einzuwenden. Erinnert euch ans Pokalfinale, da hattet ihr viele Fans mehr in der Halle.“