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Der Buxtehuder SV spielt am Sonnabend gegen Thüringen im Achtelfinale des DHB-Pokals
KARSTEN WISSER BUXTEHUDE. Das Duell Thüringer HC gegen Buxtehuder SV - zweiter Teil. Sieben Tage nach der deutlichen Punktspielniederlage des BSV gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger der Handballfrauen, spielen die beiden besten Mannschaften der vergangenen Saison am Sonnabend (15 Uhr) wieder in Bad Langensalza gegeneinander. Diesmal geht es um das Erreichen des Viertelfinals im Deutschen Handball-Pokal.
Das Fazit von BSV-Manager Peter Prior nach der Niederlage vor einer Woche fiel kurz und knapp aus: „Wir haben es Thüringen schlichtweg zu leicht gemacht.“ Vorne habe man nicht konsequent genug den Abschluss gesucht und zu viele leichte Fehler gemacht, hinten nicht ausreichend zugepackt. „Wir haben den THC-Rückraum teilweise von sieben Metern frei werfen lassen, dann klingelt es eben.“ Dass es anders geht und wie man es besser macht, habe man im Final-Rückspiel letztes Jahr erlebt: „Da hat die Mannschaft gezeigt, wie man Thüringen in Bedrängnis bringen kann. Mit einer gesunden Aggressivität, absolutem Siegeswillen und positiven Emotionen.“
"Wir wissen, dass wir besser spielen können, auch wenn wir das in dieser Saison noch nicht oft abgerufen haben. Das müssen wir am Sonnabend zeigen. Dann haben wir gegen Thüringen auch wieder eine Chance." Das sagt Jana Krause, Torhüterin des Buxtehuder SV. Die 24 Jahre alte Spielerin und ihre Teamkolleginnen haben gemeinsam mit Trainer Dirk Leun den schwachen Auftritt in Bad Langensalza am vergangenen Wochenende aufgearbeitet. Der BSV verlor die einseitige Begegnung mit 24:32. Krause: "Am Sonnabend haben wir ein neues, anderes Spiel. Wir gucken jetzt nur nach vorne."
Solche Sätze gibt es bei Sportlern öfter zu hören. Wenn Jana Krause das sagt, hat es aber einen hohen Stellenwert. Die Torfrau, die auch zum erweiterten Kreis der deutschen Nationalmannschaft zählt, ist das, was in der Sportlersprache als "Aggressive Leader" bezeichnet wird. Sie motiviert durch ihre leidenschaftliche Art die Mitspielerinnen. Schreit ihre Mannschaft förmlich nach vorne. Der BSV sei in der vergangenen Saison so stark gewesen, weil die Mannschaft nach Rückschlägen sich deutlich steigern habe können. Das sei jetzt wieder gefragt.
Neben den Gesprächen mit Trainer, Umfeld und Management hat sich auch der Mannschaftsrat zusammengesetzt und über die kleine sportliche Delle im Saisonverlauf geredet. "Das zeigt, dass die Mannschaft absolut intakt ist", sagt BSV-Trainer Dirk Leun. Dass beim BSV nach der Niederlage in Thüringen und zwei Wochen davor gegen den Frankfurter HC eine gewisse Unzufriedenheit vorhanden ist, zeigt auch, wie stark die Ansprüche nach der vergangenen Saison mit der Vizemeisterschaft und dem zweiten Platz im DHB-Pokal gestiegen sind. "Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir in der vergangenen Saison gegen Frankfurt in den Playoffs nur um Haaresbreite weitergekommen sind. Wäre es da anders gelaufen, hätten wir eine ganz banale Saison gespielt", sagt Leun. Platz drei, einen Punkt hinter dem Zweiten, sei immer noch eine gute Ausbeute für Buxtehude.
Wie das Spiel gegen Thüringen erfolgreicher gestaltet werden kann als das vor einer Woche, ist schnell gesagt. Allein in der ersten Halbzeit konnte der THC über die schnelle Mitte und die zweite Welle elf Tore werfen, "unterstützt" durch zehn technische Fehler des BSV. Das dürfe sich nicht wiederholen, so Leun. Er fordert von seiner Mannschaft und auch von sich selbst eine Körpersprache, die zeigt, dass man auch bei Rückständen an die Siegeschance glaubt.
Die Besinnung auf die Grundtugenden forderte Dirk Leun in dieser Woche auch im Training ab – und erkannte Forschritte bei seiner Mannschaft. Dennoch war die Vorbereitung auf den Pokal-Knaller alles andere als optimal. Diane Lamein war die gesamte Woche durch eine fiebrige Grippe außer Gefecht gesetzt, Stefanie Melbeck stieg nach ihrer Knieverletzung erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein. Ebenso Jessica Oldenburg, die eine Binde- und Hornhautentzündung plagte. Sie alle sollen aber, so die Hoffnung Leuns, in Thüringen alle wieder dabei sein.
BSV-Torhüterin Jana Krause ist im Duell gegen Thüringen übrigens die einzige Spielerin, die beide Trainer als Spielerin kennt. Unter Meistertrainer Herbert Müller wurde sie in Nürnberg Deutscher Meister 2007 und 2008, bevor sich der Verein in die Insolvenz verabschiedete. "Dirk Leun ist der Taktiker, der das Spiel und den Gegner genau analysieren kann", sagt Krause. Herbert Müller komme dagegen über die emotionale Ebene. Er könne Mannschaften unglaublich motivieren.
Mit welcher Taktik Dirk Leun am Sonnabend in Bad Langensalza den Einzug in das DHB-Viertelfinale schaffen will, will er im Gespräch nicht verraten und seine Erklärung ist einleuchtend: "Müller liest auch TAGEBLATT."
Das Pokalspiel wird live im Internet unter www.hbf-video.net übertragen. Sendebeginn ist pünktlich zum Anpfiff um 15 Uhr. Auch der MDR zeigt erneut Ausschnitte vom Spiel in der Sendung „Sport im Osten“ (16.30-18.00 Uhr).
Quelle: TAGEBLATT und Handball-Marketing vom 03.02.2012
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